Prompts

Ein Prompt ist eine kurze Vorgabe oder Ausgangsidee, die hilft, einen Text zu beginnen oder weiterzuführen. Er gibt den Rahmen vor, zum Beispiel Thema, Stimmung, Perspektive oder eine konkrete Situation, lässt aber genug Freiraum für eigene Ideen. In einem Rollenspiel oder kollaborativen Schreibprojekt dient ein Prompt als gemeinsamer Startpunkt, damit alle Beteiligten in dieselbe Richtung denken und schreiben können, ohne den Inhalt vollständig festzulegen.

Auf dieser Seite schauen wir uns Beispiel-Prompts an und wie Du daraus spannende Texte für die Nachtgesellschaft schreiben kannst.

Beispiel Extraktion

Bei einer Extraktion geht es darum, ein Relikt zu jagen, suchen, finden und der Nachtgesellschaft zu übergeben. Mehr dazu, wie eine Extraktion funktioniert, findest Du hier. Du erhältst folgender Prompt vom Archivar:
Fundort: Das Relikt ist an einem Ort, den viele Menschen täglich passieren.
Klasse: Modicus
Eigenschaften: Das Relikt kann Dinge teleportieren.
Komplikationen: Deine Warnung wird ignoriert.
Als erstes überlegst Du dir, an welchem Ort das Relikt versteckt sein könnte. "Ein Ort, den viele Menschen täglich passieren", könnte vieles sein. Ein Bahnhof vielleicht, ein Supermarkt oder auch eine Sehenswürdigkeit. Für dieses Beispiel nehmen wir mal einen Bahnhof. Als nächstes geht es darum, das Relikt auszudenken. Dafür sind die Prompts Klasse und Eigenschaften gedacht. Die Klasse beschreibt die Gefährlichkeit eines Relikts. Modicus bedeutet soviel wie:
Relikte der Klasse Modicus stellen bei sachgemässem Umgang keine unmittelbare Bedrohung dar, können jedoch bei Fehlbedienung, falscher Interpretation oder Missachtung bekannter Richtlinien eine begrenzte Gefahr für Leib oder Psyche verursachen. Die von ihnen ausgehenden Effekte sind weder aktiv noch zielgerichtet und erfolgen unbeabsichtigt als Nebenwirkung ihrer anomalen Eigenschaften. Modicus-Relikte gelten nicht als primäre Gefahrenquellen, erfordern jedoch eine kontrollierte Handhabung und grundlegende Sicherheitsprotokolle.
Eine Auflistung aller zehn Klassen findest Du hier. Wir wissen also jetzt, dass unser Relikt keine unmittelbare Bedrohung darstellt, sondern nur gefährlich werden kann, wenn wir damit nicht unsachgemäss umgehen. Wir wissen auch, dass unser Relikt Dinge teleportieren kann. An dieser Stelle könntest Du dir ausdenken, dass das Relikt ein altes Fernrohr sein könnte, dass Objekte, welche man zu lange damit ansieht, an einen scheinbar zufälligen Ort teleportieren kann.

Wir haben also bis dahin definiert, wo das Relikt zu finden ist (Bahnhof) und was es ist (altes Fernrohr). Nun kommt der Hauptteil. Wir schreiben einen Extraktionsbericht und berücksichtigen dabei die Komplikation (Deine Warnung wird ignoriert.):

Der Auftrag begann unscheinbar. Mehrere Meldungen über verschwundene Gegenstände an einem stark frequentierten Bahnhof hatten die Aufmerksamkeit der Nachtgesellschaft geweckt. Nach kurzer Beobachtung identifizierten wir das Relikt als ein altes Fernrohr, fest auf einem improvisierten Stativ montiert. Reisende nutzten es aus Neugier, ohne zu wissen, dass längeres Hineinsehen dazu führte, dass beobachtete Objekte plötzlich ihren Standort wechselten.

Das Relikt selbst zeigte kein aggressives Verhalten. Die Teleportationen wirkten zufällig und zeitlich verzögert, was die Einstufung als Modicus bestätigte. Problematisch war jedoch die Umgebung. Der Bahnhof war voll, und trotz mehrfacher Hinweise auf eine angebliche technische Störung ignorierten Passant:innen unsere Warnungen konsequent. Einige reagierten genervt, andere lachten darüber.

Während wir versuchten, den Bereich unauffällig zu sichern, verschwand eine abgestellte Reisetasche vor den Augen mehrerer Personen. Minuten später tauchte sie am anderen Ende der Halle wieder auf. Die Situation drohte zu eskalieren. Stimmen wurden lauter, erste Personen zückten ihre Telefone. Unsere erneuten Warnungen wurden erneut ignoriert oder als Teil einer Aktion missverstanden.

Erst mit Hilfe des Bahnpersonals gelang es, das Fernrohr abzudecken und den Zugang kurzfristig zu sperren. In diesem Moment hörten die Effekte auf. Das Relikt liess sich problemlos sichern und in einen abgeschirmten Behälter verbringen. Während des Transports trat keine weitere Anomalie auf.

Die Extraktion war letztlich erfolgreich, doch der Einsatz zeigte deutlich, wie gefährlich selbst scheinbar harmlose Relikte werden können, wenn Warnungen in der Öffentlichkeit nicht ernst genommen werden.


Diesen Bericht schreibst Du dann mit den anderen Informationen, wie hier beschrieben an den Archivar per Email.

Beispiel Bericht

Berichte sind der Hauptbestandteil der Nachtgesellschaft und die Prompts können sehr unterschiedlich sein. Wir schauen uns hier ein Beispiel an:
Die Nachtgesellschaft hat dich beauftragt, Expermente an diesem Relikt durchzuführen und dazu einen Bericht zu schreiben.
Auftrag: Untersuche, ob das Relikt auf Wahrheitsäusserungen reagiert.
Komplikation: Du hörst Stimmen während der Analyse.
Ergebnis deiner Untersuchungen: Die Untersuchung ist erfolgreich. Du kannst die Annahme(n) des Auftrags entweder bestätigen oder belegen, dass sie nicht stimmen (Du darfst selber bestimmen, welche der beiden Optionen Du möchtest.).
Dieser Prompt gibt dir vor, ein definiertes Experiment an dem Relikt vorzunehmen. Dabei bekommst Du Inputs, was für Komplikationen auftreten und was das ungefähre Ergebnis deiner Untersuchung ist. Ein Prompt wird selten ein fixes Resultat vorschlagen. Oftmals kannst Du selber entscheiden, ob das Experiment erfolgreich ist oder nicht. Es kann jedoch sein, dass der Prompt dich zwingt, dass das Experiment zu keinem klaren Ergebnis kommt.

Nachdem Du dich entschieden hast, was genau beim Experiment passieren soll und wie das Ergebnis sein soll, schreibst Du einen Bericht darüber. Hier ein Beispiel:
Der Auftrag zur Analyse wurde im Archiv unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt. Ziel war es festzustellen, ob das Relikt auf Wahrheitsäusserungen reagiert oder zwischen wahren und falschen Aussagen unterscheiden kann. Zu Beginn zeigte das Relikt keinerlei messbare Aktivität. Es verhielt sich passiv und reagierte weder auf Annäherung noch auf einfache verbale Reize.

Im weiteren Verlauf wurden gezielt Aussagen in direkter Nähe zum Relikt gemacht. Dabei wechselten sich bewusst wahre und nachweislich falsche Aussagen ab. Nach mehreren Durchgängen kam es erstmals zu einer leichten Reaktion. Bei bestätigbaren Wahrheitsäusserungen trat eine messbare Veränderung auf, während bei Lügen keine Effekte beobachtet werden konnten. Diese Reaktionen blieben schwach, aber reproduzierbar.

Während der fortlaufenden Analyse traten jedoch unerwartete Komplikationen auf. Ich begann, Stimmen wahrzunehmen, die nicht aus dem Raum stammten. Zunächst waren sie undeutlich und kaum zuzuordnen. Mit zunehmender Dauer der Untersuchung wurden sie klarer und schienen Inhalte der zuvor getätigten Aussagen zu wiederholen oder zu kommentieren. Die Stimmen wirkten nicht aggressiv, führten jedoch zu erheblicher Ablenkung und mentaler Belastung.

Trotz dieser Beeinträchtigung konnte die Untersuchung kontrolliert fortgesetzt werden. Nach einer kurzen Unterbrechung und Rücksprache mit dem Archivpersonal wurde entschieden, die Analyse abzuschliessen. Die Stimmen verstummten kurz nach dem Verlassen des Raums und traten danach nicht mehr auf.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das Relikt auf Wahrheitsäusserungen reagiert. Die Annahme des Auftrags wird bestätigt. Gleichzeitig zeigt sich, dass längere Untersuchungen eine psychische Nebenwirkung haben können, die in zukünftigen Analysen berücksichtigt werden sollte.
Bedenke, dass dies nur ein Beispiel ist. Du könntest auch viel mehr auf die persönliche Ebene deines Charakters gehen. Zudem könntest Du auch mehr Horrorelemente benutzen oder dich entscheiden, dass das ganze Experiment eher unspektakulär und langweilig war. Ein Beispiel wie ein komplett anderer Bericht zu diesem Prompt aussehen könnte:
Ich wurde angewiesen zu untersuchen, ob das Relikt auf Wahrheitsäusserungen reagiert. Der Raum war vorbereitet, die Protokolle klar, doch schon beim Betreten hatte ich das Gefühl, nicht allein zu sein. Das Relikt lag reglos vor mir, unscheinbar, fast enttäuschend. Ich begann mit einfachen Aussagen. Namen. Daten. Dinge, von denen ich wusste, dass sie wahr waren. Nichts geschah.

Als ich bewusst falsche Aussagen machte, veränderte sich die Luft. Nicht messbar, nicht sichtbar, aber spürbar. Ein Druck hinter den Augen, ein leises Pochen in den Ohren. Beim nächsten wahren Satz vibrierte das Relikt minimal. Kein Geräusch, kein Licht, nur diese Gewissheit, dass es mich gehört hatte. Dass es verstand.

Dann kamen die Stimmen.

Zuerst dachte ich, es sei Einbildung. Ein Nachhall meiner eigenen Gedanken. Doch sie sprachen Dinge aus, die ich nicht laut gesagt hatte. Wahrheiten, die ich seit Jahren verdrängte. Fehler. Schuld. Versprechen, die ich gebrochen hatte. Bei jeder Lüge wurden die Stimmen lauter, spöttischer. Bei jeder Wahrheit leiser, näher. Als würden sie mir ins Ohr atmen.

Ich versuchte, das Protokoll einzuhalten, doch meine Hände zitterten. Das Relikt reagierte stärker, je ehrlicher ich wurde. Es schien nicht nur Wahrheit zu erkennen, sondern sie einzufordern. Als ich schwieg, hörte ich die Stimmen trotzdem. Sie füllten die Pausen.

Ich brach die Analyse ab, als mir klar wurde, dass das Relikt nicht an Aussagen interessiert war, sondern an mir. Nach dem Verlassen des Raums verstummten die Stimmen schlagartig. Zu schlagartig.

Die Untersuchung bestätigt, dass das Relikt auf Wahrheitsäusserungen reagiert. Ich empfehle jedoch dringend, persönliche Aussagen in zukünftigen Tests zu vermeiden. Manche Wahrheiten wollen nicht gehört werden.

Was Du alles in einen Bericht schreiben solltest und wie Du dazu vorgehen musst, findest Du im Infocenter unter Berichte schreiben. Zudem gibt es im Infocenter weiterführende Tipps & Tricks, wie Du spannende und passende Texte verfassen kannst.

Fragen und Antworten

Muss ich Prompts immer wörtlich nehmen?
Nein! Prompts sollen auf einer Seite, deine Kreativität anregen und Inputs liefern, auf der anderen Seite aber auch einen gewissen Ramen bieten, damit das Spiel zusammenhält und zusammen mehrheitlich einen Sinn ergibt. Du darfst gerne Prompts frei auslegen und dich einfach inspirieren lassen. Der Archivar wird dir sicher Feedback geben, falls etwas überhaupt nicht funktionieren würde. Zusammen mit ihm werdet ihr sicher eine Lösung finden.

Ich kann mit einem Prompt nichts anfangen. Was kann ich tun?
Falls Du nur Schwierigkeiten mit einem Teil deines Prompts hast: Ignoriere ihn! Der Archivar prüft sowieso jede Einsendung und wird auf dich zukommen, falls etwas mit deinem Text nicht in Ordnung ist. Sollte der ganze Prompt keinen Sinn machen oder einfach in eine Richtung gehen, welche Du nicht magst, antworte dem Archivar und er wird dir gerne einen neuen Prompt vorschlagen. Du darfst auch gerne mitteilen, was dir nicht gefällt, damit der Archivar ein besserer Prompt vorbereiten kann für dich.

Wie werden Prompts erstellt?
Jeden Sonntag Abend breitet der Archivar seine Arme aus und betet zu Tham'ganur, dem grossen Prompt-Gott. ^^
Spass beiseite. Ganz genau können und wollen wir das nicht verraten. Aber eines können wir dazu sagen: Es ist keine KI im Spiel, aber ausgefuchste Algorythmen, in die der Archivar über 100h Arbeit gesteckt hat. Zu diesen Systemen kommen manchmal auch handgefertigte Prompts von der Spielleitung.


Vertrauenswürdige Agent:innen

Agent:innen, welche schon länger bei der Nachtgesellschaft sind, kann die Spielleitung die Auszeichnung Vertrauenswürdig verleihen. Diese Agent:innen bekommen zwar, wie alle, Prompts als Antwort vom Archivar. Dürfen diese aber ignorieren, wenn sie das möchten und völlig frei schreiben. Die Spielleitung überprüft die Einsendungen wie bei allen anderen Agent:innen auch, bevor diese veröffentlicht werden.